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Auskunft über Hilfe, Pflege, Erstversorgung, Fütterung, Unterbringung, usw. gibt Ihnen gerne Frau Ch. Schwenk, Tel. 07234-5541.

Grundsätzlich

Grundsätzlich gilt: Nicht jeder Igel braucht Hilfe, aber jede Hilfe muss richtig sein!

 

Hilfsbedürftig sind:

1. Verwaiste Igelsäuglinge (tagsüber außerhalb des Nestes, Augen und Ohren geschlossen, evtl. unterkühlt).

2. Verletzte Igel.

3. Kranke Igel (tagsüber herumlaufend oder liegend, apathisch, mager, eingefallene Augen).

Ausnahme: Aufgestörte Igel (z. B. durch Gartenarbeiten) suchen auch tagsüber einen neuen Unterschlupf.

4. Igel, die nach Wintereinbruch, d.h. bei Dauerfrost und/oder Schnee, ebenfalls meist bei Tag herumlaufen.

 

Bitte beachten Sie: Igel sind weder Haustiere noch Kinderspielzeug!

 

Um solchen Tieren sachgerecht zu helfen, wenden Sie sich sofort an einen Tierarzt oder an eine Igelpflegestation.

Welche Igel brauchen Hilfe?

Generell ist es verboten, Tiere der besonders geschützten Arten – und dazu zählt der Igel - aus der Natur zu entnehmen. Die Ausnahmebestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes erlauben jedoch, Igel, auf die eine der folgenden Definitionen zutrifft, gesund zu pflegen bzw. aufzuziehen.

 

 

1. Verletzte Igel

Oft deuten schon Fundort und -umstände (Straße, Bauarbeiten) auf Verletzungen hin. Tiere, die vermutlich tagelang in Gruben, Lichtschächten o. ä. ohne Wasser und Futter gefangen waren, brauchen ebenfalls Hilfe.

 

 

2. Kranke Igel

Solche Tiere erkennt man meist daran, dass sie tagsüber Futter suchen, herumlaufen, -torkeln oder -liegen. Kranke Igel sind apathisch, rollen sich kaum ein, sind oft mager (Einbuchtung hinter dem Kopf, herausstehende Hüftknochen). Ihre Augen stehen nicht halbkugelig vor, sie sind eingefallen, schlitzförmig. Auf kranken Tieren (wie auch auf Säuglingen und Verletzten) sitzen in der warmen Jahreszeit häufig Schmeißfliegen, die dort ihre Eier ablegen.

 

Achtung:

Ausnahmen bilden aufgestörte Igel. Wenn Laub- oder Reisighaufen entfernt, Holzstapel abgebaut, in Garten und Parks gearbeitet, Baumaßnahmen im Gange sind oder Hunde herumstöbern, können Igelnester zerstört werden. Dann sucht auch ein gesundes Tier tagsüber einen neuen Unterschlupf. Manchmal wechseln säugende Igelweibchen tagsüber zwischen Aufzuchtsnest und einem weiteren Tagesschlafplatz.

 

 

3. Verwaiste Igelsäuglinge

Igeljunge, die sich tagsüber außerhalb ihres Nestes befinden, noch geschlossene Augen und Ohren haben und sich womöglich kühl anfühlen, sind mutterlos. Sie brauchen sofort fachmännische Hilfe!

 

 

4. Igel, die nach Wintereinbruch, d.h. bei Dauerfrost und/oder Schnee, herumlaufen.

Auch solche Igel findet man vornehmlich am Tag. Es kann sich um kranke oder schwache Alttiere handeln, öfter aber sind es Jungtiere, die spät geboren, evtl. auch krank sind und/oder sich wegen des geringen Nahrungsangebots im Herbst kein für den Winterschlaf ausreichendes Fettpolster anfressen konnten.

Wenn ein Igel gefunden wird:

1. Funddatum, -uhrzeit, -gewicht und genaue Fundstelle notieren.

Damit beginnt das „Pflege-Protokoll“ ( Muster s. Seite 19), in das weiterhin Gewichtszunahme, Tierarztbesuche, verabreichte Medikamente usw. eingetragen werden.

 

2. Geschlecht der Igels bestimmen.

Das ist vor allem bei Alttieren in den Sommermonaten wichtig, da es sich um ein säugendes Muttertier handeln könnte. Zur Geschlechtsbestimmung streichelt man dem Igel sanft über den Rücken bis er sich ausrollt, bringt ihn dann mit der flachen Hand langsam in Seitenlage, damit die Bauchseite sichtbar wird. Bei Männchen liegt der Penis (bzw. die Penisöffnung) als hautiger Knopf in der Mitte der hinteren Körperhälfte, bei Weibchen ist die Scheide unmittelbar vor dem After.

 

3. Igel auf Verletzungen untersuchen.

Besonders Unfallopfer können äußere und/oder innere Verletzungen aufweisen, etwa Wunden oder Knochenbrüche, die umgehend tierärztlich behandelt werden müssen. Um äußere Verletzungen festzustellen, muss man auch den Kopf, die Bauchseite und die Beine des Igels inspizieren.

 

4. Unterkühlte Igel wärmen.

Eine Unterkühlung ist vorhanden, wenn sich das Tier an der Bauchseite deutlich kälter als die eigene Hand anfühlt. Eine mit gut handwarmem Wasser gefüllte Gummiwärmeflasche umwickelt man mit einem Frotteehandtuch (ohne Aufhänger, ohne Löcher oder heraushängende Fäden

wegen Verletzungsgefahr!) und legt sie in einen passenden, hochwandigen Karton. Darauf setzt man den Igel und deckt ihn mit einem weiteren Handtuch zu.

 

5. Fliegeneier und/oder -maden, Flöhe, Zecken entfernen.

In der warmen Jahreszeit findet man Fliegeneier und -maden in Wunden, aber auch in den Körperöffnungen (Ohren, Maul, After etc.) unverletzter, jedoch kranker und schwacher Tiere. Diese müssen unverzüglich entfernt werden! Fliegeneier sehen aus wie weißliche, etwa 1,5 mm lange aneinanderklebende Stäbchen, Fliegenmaden sind kleine weißliche Würmchen. Man sammle sie sehr sorgfältig mit der Pinzette ab. Igelflöhe lassen sich am besten mit einem speziellen Spray (keinen Puder verwenden!) aus der Zoohandlung oder vom Tierarzt entfernen. Zecken nicht mit Öl, Nagellack oder Klebstoff behandeln! Man fasst sie mit einer Pinzette möglichst dicht an der Haut des Igels und zieht sie ruckartig (ohne Drehbewegung) heraus.

Igel sollten nur in absoluten Ausnahmefällen gebadet werden, denn diese Prozedur stresst die Tiere zusätzlich.

 

6. In jedem Fall und so bald wie möglich Tierarzt und/oder Igelstation aufsuchen!

Verletzungen zu versorgen ist Sache des Tierarztes; er hilft (wie auch die Igelstation) bei der Entfernung von Außen- und Innenparasiten. Außerdem kann er mit entsprechenden Präparaten sehr geschwächten Tieren helfen. Ein kranker oder verletzter Igel ist dringend auf fachmännische Hilfe angewiesen - Unterkunft und Nahrung allein helfen ihm nicht!

 

7. Igelgehege mit Schlafhaus herrichten.

Igel sind Einzelgänger. Jeder Igel braucht also ein eigenes Gehege. Nur ganz junge Igel aus einem Wurf vertragen sich. Später gibt es bei ihnen eventuell Beißereien mit Verletzungsgefahr, auch Futterneid. Wiegen die Jungtiere etwa 350 g, sollte man sie trennen. Den Boden des Geheges bedeckt man mit mehreren Lagen Zeitungspapier, das täglich (!), am besten morgens, zu wechseln ist. Als Schlafhäuschen wählt man einen oben zuklappbaren Karton von ca. 30 cm Kantenlänge, den man mit einem seitlichen Schlupfloch von 12 x 12 cm versieht. Das Schlafhaus wird mit reichlich zerrissenem und zerknülltem Zeitungs- oder Küchenpapier gefüllt. Das Papier tauscht man mindestens einmal wöchentlich aus, immer aber dann, wenn es feucht und verschmutzt ist. Das Igelgehege wird für die Zeit der Pflege (bis zum evtl. Winterschlaf in menschlicher Obhut) in einem gut belüftbaren warmen Raum mit Lichteinfall, normaler Luftfeuchtigkeit und Zimmertemperatur (18 bis 20 Grad) gestellt

 

8. Füttern - Erstversorgung

Katzen- oder Hundedosenfutter, Hackfleisch (kurz angebraten, nie roh!) oder Rührei (ohne Gewürze, aber mit etwas Öl in der Pfanne gegart und mit der Gabel zerkleinert) ist gutes Igelfutter. Zum Trinken stellt man ein Schüsselchen Wasser (niemals Milch) hin. Schwachen Tieren flößt man mittels einer Plastik-Einwegspritze (natürlich ohne Nadel!) lauwarmen, ungesüßten Fenchel- oder Kamillentee ein.

Frisst der Igel in der Nacht nach der Aufnahme nicht, ist unverzüglich der Tierarzt oder die Igelstation aufzusuchen, da das Tier dann meist Flüssigkeit per Injektion oder „Zwangsfütterung“ benötigt.

 

9. Kot für Untersuchung sammeln.

Kotuntersuchungen sind bei Igeln ungemein wichtig, denn sie geben Aufschluss über Menge und Art des Befalls mit Innenparasiten und über bakterielle Infektionen, so dass der Igel gezielt behandelt werden kann. Den Kot von zwei Tagen (möglichst weiche, schmierige Anteile) sammelt man in einem gut verschließbaren Gefäß (z. B. in einem Filmdöschen) und schickt ihn an ein entsprechendes Labor. Tierarzt, Igelstation und Veterinäramt nennen Adressen, nehmen Untersuchungen auch oft selbst vor.

 

10. Gesunde Igel sofort wieder freilassen!

Haben Tierarzt oder Igelstation erkannt, dass das aufgenommene Tier keiner menschlichen Hilfe bedarf, muss der Igel umgehend - am besten in der Abenddämmerung - an seinen Fundort bzw. in dessen unmittelbare Nähe zurückgebracht werden.